Vom 09.01. - 11.01.2026 findet in der Akademie Franz-Hitze-Haus die Jahrestagung Entwicklungspolitik 2026 zu einem wichtigen Thema statt. Unter dem Titel "Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden - Zivilgesellschaft in autoritären Zeiten" laden die AG Eine Welt Gruppen im Bistum Münster und in der Evangelischen Kirche von Westfalen zu spannenden Vorträgen und Workshops ein. Hochkarätige Redner*innen und Referent*innen berichten aus ihren Arbeitsfeldern und führen durch die Workshops.
Das volle Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier.
Und darum geht es inhaltlich:
Das zivilgesellschaftliche Engagement für Umwelt, Menschenrechte und Gerechtigkeit ist weltweit eine treibende Kraft für Hoffnung und Wandel. Doch diese Arbeit wird zunehmend erschwert: Autoritäre Tendenzen nehmen zu – in Argentinien, Indonesien, den USA und auch in Europa. Der Einfluss von Konzernen, Multi-Milliardären und (rechts-)populistischen Strömungen wächst. Menschen, die sich für Frauenrechte oder Klimaschutz einsetzen, werden bedroht oder zum Schweigen gebracht. Gerichte verlieren ihre Unabhängigkeit, demokratische Strukturen werden geschwächt. Nichtregierungsorganisationen werden durch finanzielle Kürzungen und restriktive politische Vorgaben in ihrer Arbeit eingeschränkt. Entwicklungszusammenarbeit wird zunehmend politisch infrage gestellt. Vereine und Weltläden geraten unter Druck, sobald sie sich zu politischen Themen äußern.
» Weiterlesen: Jahrestagung: "Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden"
Menschenrechte sind das Fundament unserer Gesellschaft und schützen die Würde und Freiheit jedes Einzelnen. Sie stehen für Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität - weltweit. Aber schützen sie auch wirklich jeden Menschen? Nein. Lange nicht. So auch die Arbeiter*innen in Kalabrien, Süditalien nicht, die als Bootsflüchtlinge über Lampedusa für ein „besseres“ Leben nach Europa kommen und unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen auf Orangenplantagen arbeiten und gefangen sind. Dabei sind sie ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebensmittelsystem, was unsere Lebensmittel produziert, die wir tagtäglich auf unseren Tellern finden.
Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern der VHS Münster, la tienda e.V. und Vamos e.V. laden wir euch ein, die Ausstellung „Bittere Orangen - Moderne Sklaverei in Europa“ kennen zu lernen und unser Begleitprogramm mit Eröffnung, Wohnzimmerkino, Kochkurs und Schulführungen zu besuchen. Wir möchten auf die vielfachen Menschenrechtsverletzungen im Anbau und der Ernte unserer Lebensmittel aufmerksam machen, euch gleichzeitig aber auch Lösungen und Projekte vorstellen, die sich gegen das System auflehnen und es anders machen - mit Menschenwürde.
Und das wartet vom 09.01. - 06.02.2026 auf euch in der VHS Münster:
13.01. - 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit dem Macher Gilles Reckinger und weiteren Gästen
20.01. - 19 Uhr: Wohnzimmerkino "The Pickers"
05.02. - 18 Uhr: Kochkurs "Süß statt bitter - leckere Rezepte rund um die Orange" (freie Plätze nur noch über Warteliste)
14.01. - 06.02.: Bildungsangebot für Schulen ab Kl. 8, 8 Termine (freie Plätze nur noch über Warteliste)
Das vollständige Programm findet ihr hier. Wir freuen uns auf eure Besuche.
Inseln des Wegweisenden
Der Journalist Caspar Dohmen erkundet gelingende sozialökologische Transformationen im Kleinen
Seit einigen Jahren gehört die Rede von der sozial-ökologischen Transformation zum Standard halbwegs aufgeklärter politischer Publizistik – und das durchaus bis ins konservative Milieu hinein. Trotzdem scheint dort und, es bedarf kaum noch der Erwähnung, am sich immer weiter in die Mitte fressenden rechten Rand der Gedanke eines gleichermaßen sozialen wie ökologischen Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft in schöner Regelmäßigkeit zu Schnappatmung zu führen. Nicht etwa deshalb, weil die Aufgabe sich von den fossilen Pfadabhängigkeiten der Moderne zu verabschieden, eine tatsächlich gigantische Aufgabe wäre, vor allem dann, wenn sie sozial fair gelöst werden soll, sondern in erster Linie, weil hinter dem Begriff der Transition das alte Gespenst der Revolution zu lauern scheint. Umverteilung, Privilegienverluste, vielleicht sogar ein Tempolimit auf der Autobahn – nicht auszudenken. Nun ist es aber so, dass es wahrlich genug Gründe für ein Umsteuern gäbe. Erschöpfte Ressourcen, wahlweise überdüngte oder erschöpfte Böden, schwindende Süßwasserreserven, schmelzende Gletscher, Naturkatastrophen aller Couleur, die durch den Klimawandel immer öfter auftreten, ein verheerender Biodiversitätsverlust. Anders formuliert: ein zu gewaltiger, nicht mehr regenerierbarer Verbrauch an Welt, die ja doch, trotz aller anders lautender interstellarer Fluchtfantasien milliardenschwerer Tech-Gurus wohl auch weiterhin unsere einzige Heimat ist.
An entsprechender Dringlichkeitsrhetorik mangelt es indessen nicht, an gleichermaßen praktikablen Lösungen hingegen schon, vor allem dann, wenn diese nicht nur wirkungsvoll, sondern auch demokratisch legitimiert und sozial ausgewogen sein sollen. In vielen Bereichen der Wirtschaft und – bedauerlich genug – in der Politik herrscht weiterhin die alte Logik des Konterbiers (more of the same) vor. Und abseits davon? Wie steht es um die Konturen einer regenerativen Ökonomie, die nicht permanent ihre eigenen Grundlagen auffrisst und die erwirtschafteten Gewinne auch noch haarsträubend ungleich verteilt?
» Weiterlesen: Fairlesen: Inseln des Wegweisenden - "Grün geht nur gerecht"
Wir freuen uns sehr den Journalisten und Autoren Caspar Dohmen ein zweites mal zu Besuch in Münster zu haben. "Grün geht nur gerecht - Unterwegs in die sozialökologische Zukunft" heisst sein neues Buch, was er am 04. Dezember um 19.30 Uhr bei uns im Weltladen an der Hammer Str. im Rahmen einer Lesung vorstellen wird. Und du bist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos, komm einfach vorbei. Getränke und Snacks sind reichlich vorhanden.
Und darum geht's:
Im Kleinen leben Menschen vor, wie sich Ökologie und soziale Bedürfnisse verbinden lassen. Bäuerinnen, die Natur
aufbauen statt zerstören und ihren Erntehelfern faire Arbeitsbedingungen bieten, Mieter, die ihr Leben lang sorgenfrei wohnen und sich um die Gemeinschaft kümmern, Unternehmerinnen, die Kreislaufwirtschaft gegen Widerstände vorantreiben. Entscheidend für unsere Zukunft ist es, dass diese Art und Weise eines zukunftsfähigen Lebens und Wirtschaftens den Sprung aus den Nischen schafft und zum neuen Normal wird. Dazu bräuchte es mehr Freiräume für Individuen, einen funktionierenden Staat und vor allem mehr Gerechtigkeit. Über das Mögliche und Wege dorthin, möchten wir mit Euch ins Gespräch kommen.
Wir freuen uns über Deinen Besuch!
Letzter Film in unserer diesjährige Reihe "Klappe auf für Menschenrechte" - und was für einer!
"Für immer hier" basiert auf wahre Ereignisse und erzählt die erschütternde Geschichte von Rubens Paiva, einem ehemaligen brasilianischen Kongressabgeordneten, der 1971 von der Militärpolizei verschleppt wird – und nie zurückkehrt. Im Mittelpunkt steht seine Frau Eunice, die trotz Verfolgung und Schmerz nicht aufgibt, sondern unbeirrt für Demokratie und Menschenrechte kämpft. Ein bewegendes Familiendrama über Verlust, Mut und die Kraft, sich von politischem Terror nicht brechen zu lassen.
02. Dezember / 19 Uhr
Cinema Münster, Warendorfer Str. 45-47
Im anschließenden Gespräch geht es um den Einsatz für die Menschenrechte, auch unter größten Gefahren für das eigene Leben. Was treibt Aktivist_innen an, wie sehen sie die Zukunft einer solidarischen Welt?
Moderation: Brot für die Welt/ Ev. Kirche von Westfalen – Oikos Institut für Mission und Ökumene
Dein Ticket kannst du direkt über das Cinema Münster buchen.
Hammer Straße 53
48153 Münster
Tel.: 0251-45002
Ihr Weg zum Weltladen im Südviertel
Montag-Freitag 11-19 Uhr
Samstag 10-18 Uhr
Warendorfer Straße 41
48145 Münster
Tel.: 0251-13676655
Montag-Freitag 11-19 Uhr
Samstag 11-15 Uhr